RATGEBER · AUSBILDUNG

Was ist eine Ausbildung und welches Deutschniveau brauchst du

„Was ist eine Ausbildung?“ — das fragen viele, die einen Umzug nach Deutschland planen. Diese Seite erklärt kurz, wie die Ausbildung aufgebaut ist, was das Gesetz an Deutschkenntnissen verlangt und über welche Prüfungen du in Usbekistan von A1 bis B1 kommst. Stand: 4. Oktober 2026.

Wie die Ausbildung aufgebaut ist

Die Ausbildung ist das System der Berufsausbildung in Deutschland. Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) nennt die Lernorte: Betriebe und andere Arbeitsstätten, berufsbildende Schulen sowie sonstige Bildungseinrichtungen. Diese Lernorte arbeiten zusammen[1]. Deshalb spricht man oft von „dualer“ Ausbildung, also Ausbildung an zwei Lernorten: Die Praxis findet im Betrieb statt, die Theorie in der Schule.

Für jeden anerkannten Ausbildungsberuf gibt es eine eigene Ausbildungsordnung. Sie legt die Berufsbezeichnung, die Ausbildungsdauer, die zu vermittelnden Fertigkeiten und die Prüfungsanforderungen fest. Nach § 5 BBiG soll die Dauer nicht mehr als 3 und nicht weniger als 2 Jahre betragen[2]. Wie lange es genau dauert, hängt vom Beruf ab.

Was das Gesetz an Deutschkenntnissen verlangt: § 16a Abs. 3

Die Aufenthaltserlaubnis zur Ausbildung ist in § 16a AufenthG geregelt. Absatz 3 enthält folgende Regel[3]:

„Bei einer qualifizierten Berufsausbildung wird ein Nachweis über ausreichende deutsche Sprachkenntnisse verlangt, wenn die für die konkrete qualifizierte Berufsausbildung erforderlichen Sprachkenntnisse weder durch die Bildungseinrichtung geprüft worden sind noch durch einen vorbereitenden Deutschsprachkurs erworben werden sollen."

Sinngemäß: Für eine qualifizierte Berufsausbildung wird ein Nachweis „ausreichender“ Deutschkenntnisse verlangt (nach § 2 AufenthG ist das B1[4]) — wenn beide Bedingungen erfüllt sind:

  • Die Bildungseinrichtung hat deine Sprachkenntnisse nicht geprüft;
  • auch ein vorbereitender Deutschkurs ist nicht vorgesehen.

Hat die Einrichtung deine Sprachkenntnisse selbst geprüft oder ist vor dem Beginn ein Sprachkurs vorgesehen, verlangt das Gesetz kein gesondertes B1-Zertifikat. Das heißt nicht, dass du kein Deutsch brauchst: Welches Niveau die Einrichtung bei ihrer Prüfung erwartet, entscheidet sie selbst.

Anforderungen von Arbeitgeber und Schule

In der Praxis stellen viele Betriebe und Berufsschulen eigene Sprachanforderungen. Sie können vom Gesetz abweichen und hängen vom Beruf, vom Bundesland und vom jeweiligen Betrieb ab. Deshalb:

  • frag den Arbeitgeber schriftlich, welches Niveau verlangt wird und welches Zertifikat er akzeptiert;
  • prüfe, was im Vertrag oder im Einladungsschreiben zur Sprache steht;
  • sieh dir vor der Visumbeantragung die aktuelle Liste der Deutschen Botschaft in Taschkent an.

Eine Zahl nennen wir hier nicht, weil es für die Anforderungen der Arbeitgeber keine einheitliche offizielle Quelle gibt.

Von A1 bis B1: der Weg über die Prüfungen

Dein Sprachniveau kannst du Stufe für Stufe mit einem Zertifikat nachweisen. Auf jeder Stufe werden Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen geprüft.

  1. A1. Goethe-Zertifikat A1: Start Deutsch 1 oder telc Deutsch A1. Einfache Wendungen des Alltags, über sich selbst sprechen. Ratgeber Goethe A1, telc A1 und A2.
  2. A2. Goethe-Zertifikat A2 oder telc Deutsch A2. Vertraute Themen wie Arbeit, Einkaufen, Wegbeschreibung. Ratgeber Goethe A2.
  3. B1. Goethe-Zertifikat B1 (modular) oder telc Deutsch B1 (Zertifikat Deutsch). Typische Situationen in Arbeit und Ausbildung, Meinung äußern, Briefe schreiben. Goethe B1, telc B1, der Unterschied.

Wie viel Zeit jede Stufe braucht, hängt von deinen Wochenstunden ab. Eine Beispielrechnung findest du hier: Lernplan von A1 bis B1.

Wie du deine Vorbereitung planen kannst

Sobald du die Anforderung von Arbeitgeber oder Schule kennst, rechne rückwärts:

  1. Schreibe dir das geforderte Niveau und das benötigte Zertifikat auf.
  2. Bestimme dein aktuelles Niveau — zum Beispiel mit einem Modelltest im Prüfungsformat für die letzte Stufe, die du abgeschlossen hast.
  3. Berechne die Wochen für jede Stufe und buche den Prüfungstermin. Am Goethe-Institut Taschkent werden die Plätze am 1. jedes Monats freigeschaltet[5].
  4. Plane auch Zeit für das Ergebnis ein: Am Goethe-Institut Taschkent liegt es nach 10–14 Tagen vor[5].

In der Ausbildung brauchst du Deutsch nicht nur für die Prüfung: Die Praxis im Betrieb und der Unterricht in der Berufsschule laufen auf Deutsch. Nimm dir deshalb gesondert Zeit für Hören und Sprechen.

Wo du in Usbekistan die Prüfung ablegen kannst

Das Goethe-Institut Taschkent nimmt Prüfungen von A1 bis C2 ab; die Anmeldung läuft online über MeinGoethe[5]. In Andischan, Urgentsch, Fergana und Karschi gibt es lizenzierte Zentren. Preise, Anmeldezeitpunkt und Dauer bis zum Ergebnis: Goethe-Prüfung in Taschkent. Zu den telc- und ÖSD-Prüfungen findest du dort ebenfalls Hinweise.

Was Prufling auf diesem Weg leisten kann

Prufling ist eine Übungsplattform für die Goethe- und telc-Prüfungen A1, A2, B1 und B2: Aufgaben im Prüfungsformat, Modelltest und KI-Bewertung für Schreiben und Sprechen. Prufling vermittelt keinen Ausbildungsplatz, berät nicht zum Visum und gibt keine Garantie auf eine Stelle.

Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Die Regeln ändern sich. Prüfe vor der Antragstellung die aktuellen Anforderungen der Deutschen Botschaft in Taschkent und deines Arbeitgebers.

Häufige Fragen

Was ist eine Ausbildung?

Die Ausbildung ist die Berufsausbildung in Deutschland. Meist lernst du im Betrieb durch die Arbeit und besuchst die Berufsschule für den theoretischen Unterricht. Für anerkannte Ausbildungsberufe liegt die Ausbildungsdauer nach dem Gesetz in der Regel zwischen 2 und 3 Jahren.

Brauche ich für die Ausbildung ein B1-Zertifikat?

Nach dem Gesetz nicht immer. Nach § 16a Abs. 3 AufenthG wird ein B1-Nachweis verlangt, wenn die Bildungseinrichtung deine Sprachkenntnisse nicht geprüft hat und kein vorbereitender Deutschkurs vorgesehen ist. Arbeitgeber oder Schule können aber eigene Anforderungen stellen.

Welche Prüfung kann ich in Usbekistan ablegen?

Das Goethe-Institut in Taschkent nimmt Prüfungen von A1 bis C2 ab; in Andischan, Urgentsch, Fergana und Karschi gibt es lizenzierte Zentren. Auch telc- und ÖSD-Prüfungen sind möglich. Welches Zertifikat du brauchst, klärst du mit dem Arbeitgeber und der Botschaft.

Vermittelt Prufling einen Ausbildungsplatz?

Nein. Prufling ist nur eine Übungsplattform zur Vorbereitung auf die Goethe- und telc-Prüfungen A1–B2. Prufling vermittelt keine Arbeit, keine Ausbildungsplätze und berät nicht zum Visum.

Kostenlos im Prüfungsformat üben

Prufling bietet Übungen zu Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen im Prüfungsformat – mit KI-Bewertung und Feedback zu Schreiben und Sprechen auf Usbekisch, Englisch oder Russisch.

Prufling ist unabhängig und nicht mit dem Goethe-Institut, der telc gGmbH oder dem ÖSD verbunden. KI-Auswertungen sind Schätzungen, keine offiziellen Ergebnisse.

Quellen

Die Angaben und Regeln stammen aus den unten genannten offiziellen Quellen. Prüfungsgebühren und Termine ändern sich – prüfe vor der Anmeldung die offizielle Seite.

  1. Berufsbildungsgesetz (BBiG) § 2 — Lernorte (gesetze-im-internet.de)
  2. Berufsbildungsgesetz (BBiG) § 5 — Ausbildungsordnung, Dauer (gesetze-im-internet.de)
  3. AufenthG § 16a — Aufenthaltserlaubnis zur Ausbildung (gesetze-im-internet.de)
  4. AufenthG § 2 — Definition der Sprachniveaus (gesetze-im-internet.de)
  5. Goethe-Institut Usbekistan — Prüfungen (goethe.de)